Lebenslänglich1

Lebenslänglich!

eine Anthologie

Sabine Marya (Herausgeberin) & Lina

Verlag: Lumen Verlag und Autorenverlag ARTEP; Auflage: 1. Aufl. (16. Februar 2006)

ISBN-10: 3936544689

ISBN-13: 978-3936544688

Taschenbuch: 160 Seiten

leider vergriffen

Lebenslänglich! - Überlebende und von Vergewaltigung Betroffene schreien auf!

Über Lina: Lina ist selber Überlebende von Vergewaltigung, sie hatte die Idee zu diesem Buchprojekt.

Für alle Menschen, die nicht mehr schweigen wollen!

Für alle Menschen, die nicht mehr weg schauen wollen!

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„Lebenslänglich!“ ist ein Aufschrei.

Ein Aufschrei von Betroffenen und sie unterstützende Menschen, die nicht mehr bereit sind zu schweigen und so zu tun, als ob „alles wieder in Ordnung“ ist. 

Ein Aufschrei Betroffener, die anderen Betroffenen zeigen: „Du bist nicht alleine!“ Ein Aufschrei Betroffener, die nicht - Betroffenen zeigen, dass Überlebende von Vergewaltigung Geschädigte sind, ihr Leben lang und unabhängig davon, wie weit es ihnen gelungen ist, sich ihrer Ressourcen wieder bewusst zu werden und obwohl es ihnen gelingen kann, nach der bewussten Beschäftigung mit dem Trauma auch die positiven Seiten ihres
Lebens wieder zu entdecken. Die Narben bleiben trotzdem.

„Lebenslänglich!“ ist auch ein Aufschrei nach einem höheren Strafmaß für Täter und Täterinnen!

„Lebenslänglich!“ ist ein Gemeinschaftsprojekt. In diesem Buch brechen mutige Betroffene und sie unterstützende Menschen in literarischer Form ihr Schweigen und ein gesellschaftliches Tabu. Lassen Sie sich berühren, von diesen Texten! Und stehen Sie auf, mit uns gemeinsam. Wir schreien auf, mit diesem Buch!

Um deutlich zu machen, dass wir gemeinsam gegen sexuelle Gewalt und für ein höheres Strafmaß kämpfen. Und für die Anerkennung der lebenslangen Folgen von Vergewaltigung.

     

Nach einer Vergewaltigung ist nichts mehr, wie es vorher war. Und es wird auch nichts mehr so werden, wie es vorher war. Denn Überlebende von Vergewaltigung haben lebenslänglich!

Ihr Leben lang tragen Betroffene die seelischen und körperlichen Wunden oder Narben eines solchen Traumas in sich. Schon der Anblick der äußerlichen Narben kann reichen, um immer wieder die in der Vergangenheit erlebten Gefühle auf ein Neues erleben zu müssen: Todesangst, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein, Ekel, Hass auf den eigenen Körper, Hass auf den Täter, Scham- und Schuldgefühle. Doch auch für Außenstehende scheinbar harmlose Situationen können triggern und dadurch Flash-Backs auslösen: bestimmte Sinneseindrücke wie Gerüche, Geräusche, körperliche Nähe von Menschen, Berührungen, aber auch Bilder, gehörte oder gelesene Worte. Jeder Schritt in dem „Leben da draußen“ kann der Schritt auf eine Tretmine sein, und dadurch kann „es“ auch Überlebende von Vergewaltigung überrollen, die äußerlich so wirken, als ob sie alles gut überstanden hätten und ihr Leben wieder „im Griff“ haben. Was die Situation der Betroffenen zusätzlich verschärft, das sind die Scham, die belastenden Fragen von außen und innen nach der eigenen Schuldbeteiligung an dem Vorfall und der fehlende Austausch mit Betroffenen und Nichtbetroffenen. Gespräche über Vergewaltigung sind nicht gesellschaftsfähig, und das Umfeld möchte meistens ab einem gewissen Zeitpunkt nichts mehr „davon“ hören, sondern erwartet, dass die Betroffenen endlich „vergessen“ und zurückkehren in die Normalität des Alltages. Doch genau diese wurde Betroffene oft mit der Vergewaltigung genommen. Viele von ihnen überleben, manche von Stunde zu Stunde, hinter einer von außen aufgezwungenen Fassade des Scheins und des Schweigens, isoliert und ungesehen.

     

Die Einnahmen für dieses Buch flossen in das „Bittere -Tränen- Projekt“.

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