Wenn sich der Nebel lichtet2

Wenn sich der Nebel lichtet

Frauen erleben und überwinden Depression

(Sachbuch)

Verlag: Frauenoffensive (2001)

ISBN-10: 3881043411

ISBN-13: 978-3881043410

Taschenbuch:235 Seiten, 19,90 Euro

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“Wenn sich der Nebel lichtet“ ist das erste Buch, das die mit der Diagnose Depression verbundene Vereinzelung durchbricht. Viele Frauen hatten den Mut, sich für dieses Buch zu öffnen, um einen Teil ihrer Geschichte weiterzugeben, als Hilfe und Unterstützung für andere Frauen – sie lassen uns teilhaben an dem, was sie erlebt haben, warum sie depressiv wurden, wie sie sich dem gestellt haben und welche Wege sie für sich fanden, um nicht wieder depressiv werden zu müssen.

Wenn sich der Nebel lichtet“ ist aus den Lebensgeschichten dieser Frauen zusammengewachsen. „Wir Frauen haben einander viel zu geben“, sagt eine von ihnen. Unsere Geschichte und unsere Erfahrungen zu heilen, zu wachsen und zu leben... Frau wird depressiv, weil es ihren Lebensplan passt – sie wird depressiv, weil es für sie der einzige Weg ist, die momentane Situation zu bewältigen und zu überleben. Depressiv zu werden hat viel mit Frau – Sein und den damit verknüpften Erwartungen an die einzelne zu tun.

Schwerpunkte: Frauen und Depression, Depression und Öffentlichkeit, Depression erleben, Depression ist der Krebs der Seele, man wird nicht als Frau geboren, arbeitslos und ausgegrenzt, Depression im Alter, Depression überwinden, Medikamente sind keine Lösung, Gesundheit ist mehr als Abwesenheit von Krankheit

Für dieses Buch wurden viele betroffene Frauen interviewt und anschließend wurde ihre Geschichte verknüpft mit Hintergrundinformationen zu den Ursachen und der Bewältigung von Depressionen.

"Wir Frauen haben einander viel zu geben", sagt eine von ihnen - unsere Geschichte und unsere Erfahrungen zu heilen, zu wachsen, zu leben.

"Keine Frau wird depressiv, weil es in ihren Lebensplan passt - sie wird depressiv, weil es für sie der einzige Weg ist, die momentane Situation zu bewältigen und in dieser Gesellschaft zu überleben. Depressiv zu sein, hat viel mit de Frau- Sein und den damit verknüpften Erwartungen an die einzelne zu tun ..." heißt es im Vorwort.

Dieses Buch zeigt an Hand von biographischen Beispielen und guten fachlichen Recherchen auf, warum die Betroffenen depressiv werden mussten, aber auch, wie es für einen Teil von ihnen möglich war, die Depression zu überwinden. Das macht das Buch so einzigartig, diese gut kombinierte Sammlung aus vielen Lebensgeschichten Betroffener, Erfahrungen, Gedichte, Affirmationen, Sachliches, Gedanken zum Nachdenken und Reflektieren, Texte, die sich zusammenfügen zu einem wertvollen Buch. Dabei werden nicht nur unterschiedliche Ursachen der Depression deutlich gemacht, sondern auch neue Wege aufgezeigt, die Situation zu verändern. Viele Frauen hatten den Mut, sich für dieses Buch zu öffnen. Manche der Lebensgeschichten erschüttern, andere berühren zutiefst.

"Es reicht nicht, dass sich Gesetze ändern. Es muss sich etwas im Bewusstsein ändern, im Bewusstsein von Frauen und Männern. Wenn Frauen in ihrer körperlichen, intellektuellen, geistigen, gefühlsmäßigen und seelischen Entfaltung nicht mehr unterdrückt, gehindert und begrenzt werden, müssen sie auch nicht mehr depressiv werden." heißt es zum Schluss.

Das Buch endet mit einer hoffnungsvollen Geschichte von Sabine Hönck: "Geburtstag mit den Feen", die schließt mit den Worten: "Vor mir liegt ein Pfad, der sich auf sonnige Hügel hinauf schlängelt und den Blick frei gibt in blaue verschwimmende Weite."
So bleibt trotz allem auch Hoffnung und das Wissen, dass sich etwas verändern muss, auch bei uns, in uns.

Inhalt:

  •       - Depressionen - was ist das?
  •       - Depressionen - erleben
  •       - Keimzelle „Familie“
  •       - Lebens - Krise
  •       - Selbst - Verlust
  •       - Man wird nicht als Frau geboren
  •       - Arbeits - Los
  •       - Depression im Alter
  •       - Frauen überwinden Depression
  •       - Depressionen in der Öffentlichkeit und im Umfeld
  •    - Statt eines Nachworts: „Geburtstag mit den Feen“ von Sabine Hönck

Presse:

Virginia“ Nr. 31, März 2002: „Wege aus Angst und Depression“ (von Liane Stephan): 

Sie öffnen die dunklen Kisten ihrer Vergangenheit, die Frauen in Sabine Maryas Buch, und gewähren uns mit Mut und schonungsloser Offenheit Einblick in ihre Über – Lebensberichte. Angst, Gewalt, traumatisierende Kindheitserfahrungen, die häufig in der Ehe ihre Fortsetzung finden, kennzeichnen die Biografien. Der Rückzug in die Depression wird plausibel, und wir begreifen, „dass es für sie nur diesen Weg gab, um zu überleben“. Krank sind sie geworden vor Kränkungen; Tablettensucht, Alkohol und andere Abhängigkeiten säumen den Weg der Unterdrückung und des Selbstverlustes. Die Depression hat so lange ihren Sinn, „bis für ein Lebensproblem bessere Lösungen gefunden worden sind“. Mit bewundernswerter Kraft stellen sich viele Betroffene dem Schmerz der Vergangenheit und arbeiten an ihrem individuellen Heilungsweg. „Heute bin ich eine Frau, die Schlimmes überstanden hat und – endlich lebt.“ Resümiert es eine von ihnen. Die „schnelle Alternative“ Medikament bewährt sich langfristig nicht als Lösungsmittel. Wichtig ist eine Veränderung der Lebensumstände, die Wachstum, Eigenliebe und Wertschätzung ermöglicht. Soziale und psychologische Unterstützung, wie sie Selbsthilfegruppen, Frauenberatungsstellen, Therapien bieten, erweist sich als taugliches Marschgepäck auf dem Weg ans Licht. Marya bettet die Erzählungen der Frauen in erklärende gesellschaftliche Zusammenhänge. Frauen, die ihre Lebenssituation bisher als persönliches Schicksal hinnahmen, finden hier einen ersten Zugang zu möglichen gesellschaftlichen Ursachen ihrer Erkrankung. Die in diversen Kontexten auftretende Depression beleuchtet die Autorin kulturkritisch in Bezug auf das Frau- Sein in unserer Gesellschaft, engagiert fordert sie Maßnahmen zu Prävention und Ächtung von Gewalt. möchte mit ihrem Buch das Bild der Depression ändern und Vorurteilen begegnen. Die von ihr gesammelten Lebensberichte durchbrechen Schweigen und Isolation. Sie ermutigen zum Aufbruch: „Vor mir liegt ein Pfad, der sich auf sonnige Hügel hinausschlängelt und den Blick freigibt in blaue verschwimmende Weite.“ ...

Leseprobe: „Wenn sich der Nebel lichtet...“

  • 1.Kapitel -     DEPRESSION – WAS IST DAS?
  • Die Depression ist die am weiten verbreitete psychische Erkrankung in den westlichen Ländern. Die Vielfalt depressiver Zustände ist bei jedem Menschen anders. Fachleute sprechen von einer Depression, wenn die folgenden Symptome teils oder alle auftreten:
  • Der Antrieb ist gehemmt und blockiert. Die Betroffenen fühlen sich entscheidungsunfähig, desinteressiert, gelähmt. Sie haben das Gefühl, nicht mehr leben wollen zu können ( das kann sich bis zur Erstarrung steigern – depressiver Stupor).
  • Die Stimmung ist hoffnungslos, leer, gleichgültig, ausgebrannt, tot. Anfangs fühlen sich die Betroffenen traurig, mit zunehmender Depression werden Angst, Trauer, Schmerz immer weniger empfunden.
  • Denken und Fühlen sind geprägt von Versagensängsten, Schuldgefühlen, Verarmungsängsten oder –wahn, dem Gefühl, wertlos zu sein und Ballast für die anderen, krank und am ärmsten dran zu sein.
  • Das Körpergefühl signalisiert: kaputt, schlaff, zermürbt, ausgepowert, erschöpft, ständig müde mit Schlaflosigkeit niedergeschlagen.
  • Potenz und erotisches Empfinden verschwinden oder sind verschwunden.
  • Die Periode kann ausbleiben.
  • Der Tag, die Bewältigung des Alltags werden als unüberwindlicher Berg empfunden.
  • Für eine klare Diagnostik ist die Betrachtung aller Aspekte –sozialer, körperlicher, psychischer – genau so wichtig wie die anschließende Behandlung. reine Depression gibt es nur in den Lehrbüchern. In der Praxis sind es meistens Mischverläufe und Mischzustände. Am häufigsten sind Kombinationen mit manischen Zuständen und paranoiden Symptomen. beginnen häufig im Herbst und/ oder im Frühjahr. Auffällig ist, dass wesentlich mehr Frauen als Männer depressiv werden. Das Verhältnis liegt bei 7:3. Zum Vergleich: Bei der Manie ist das Verhältnis 1:1.
  • Wie fühle ich mich, wenn ich depressiv bin?
  • Wie empfinden mich andere, wenn ich depressiv bin?

 

  • Depressive Symptome haben einen Sinn! Sie sind ein Weg der Seele zur Selbsthilfe und so lange ein sinnvoller Schutz, bis für ein Lebensproblem bessere Lösungen gefunden worden sind.
  • Bis jetzt ist nicht eindeutig klar, warum manche Menschen depressiv werden und warum andere nicht. Aber in den letzten Jahrzehnten haben Untersuchungen verdeutlicht, welche Bedingungen und Gegebenheiten für eine Depression förderlich sind:
  • Wenn Kinder in einem depressiven Milieu aufwachsen, werden diese Lösungsmuster von ihnen, wie alle anderen Muster auch, häufig übernommen.
  • Körperliche Krankheiten begünstigen die Entstehung einer Depression, besonders: Hormonstörungen, Encephalitis, Hirngefäßleiden, Zustände nach Operationen, aber auch längere hormonelle oder neuroleptische Behandlungen oder Behinderungen nach einem Unfall
  • Im Wochenbett und in der Schwangerschaft sind Frauen stärker gefährdet.
  • Belastende psychosoziale Ereignisse und Veränderungen: Verluste, Umzug, menschliche Enttäuschungen, Trennungen, Entwurzelungen, Berentung, Aufgabe von Träumen und Zielen, Arbeitslosigkeit.
  • Das als sinnlos empfundene Tätigkeitsfeld als Hausfrau, während der Ehemann seine berufliche Karriere macht und die Kinder ihren Weg gehen („Hausfrauen- Depression“).
  • Belastende Ereignisse in der Kindheit
  • Gefangenschaft über längere Zeit.
  • Ehen, in denen der Frau die Rolle der Dienenden, Unterwürfigen, gehorchenden zugewiesen ist.
  • Mit zunehmendem Alter wird die Betroffenheit größer.
  • In unserer Gesellschaft negativ besetzte Gefühle wie Trauer, Schmerz, Verlust, Wut und Zorn werden nicht gelebt, sondern hinuntergeschluckt.
  • Es gibt viele Erklärungen, warum vor allem Frauen depressiv werden, aber wenn wir die Lebensgeschichten von Frauen betrachten, die depressiv geworden sind, begreifen wir ohne weitere hektische Suche nach Gründen, dass es für sie nur diesen Weg gab, um zu überleben.

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